Heiner Geißler; Zitat zu S21-Konflikt

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An die deutsche Medien- und Parteienlandschaft, an die Kritiker des Herren Dr. Heiner Geißler bzgl. dessen Verwendung eines tabuisierten Zitates:

Sehr geehrte Vertreter und Mitglieder der im Betreff angesprochenen Adressaten. Im Zusammenhang des anhaltenden und inzwischen reichlich diskutierten Konfliktes um eine Schlichtung im Falle S21 hat Herr Dr. Heiner Geißler sich in seinem letzten Kommentar darum bemüht, den Konfliktparteien jener Auseinandersetzung die Dimensionen ihrer Stur- und Verbissenheit mithilfe eines einschlägigen Zitates zu vergegenwärtigen.

Das von Heiner Geißler gewählte Zitat, welches an dieser Stelle nicht wiederholt werden soll, wurde prominent von Propagandaminister Goebbels verwendet und sein Gebrauch unterliegt seither einem gesellschaftlichen „Tabu“ im deutschsprachigen Raum. Zwar ist der öffentliche Gebrauch dieses Zitates juristisch nicht zu beanstanden, jedoch reagieren – verständlicherweise – viele Menschen bei solcher Rhetorik intuitiv vorsichtig und sensibel. Nichtsdestotrotz darf nicht vergessen werden, das eine rhetorische Wendung, gerade diese, nie lose und kontextlos im luftleeren Raum steht, sondern immer auch mit einer Intention geäußert wird und daher auf einen ganz bestimmten Kontext bezogen ist.

Im Falle von Herrn Geißler war die Verwendung des Zitates als rhetorische Frage zu verstehen, die von ihm erwartete Antwort auf diese Frage war: „Nein!“.
Dies im Gegensatz zu Goebbels, der seinen Adressaten unter anderem mit diesen Worten anheizte, die Vernichtung von Millionen von Menschenleben unkritisch und unwidersprochen fortzusetzen im Namen einer Ideologie, die an Verbissenheit und Hysterie den Auswüchsen um den S21-Konflikt nicht mehr gänzlich unähnlich ist.

Wir wissen, dass Herr Geißler mit dieser Frage auf die „Totalität“ der Argumentation und der Positionen im S21-Konflikt aufmerksam machen wollte, er die Gnaden- und Kompromisslosigkeit dadurch zu entlarven versuchte, um somit den Weg frei zu machen zugunsten einer sachlicheren und objektiveren Diskussion.

Allerdings scheinen viele von Ihnen, den Adressaten dieser Petition, Herrn Geißler nun einen Strick aus diesem Wortgebrauch drehen zu wollen. Die Medien sind voll der Kommentare und der „Berichterstattung“, die sich kritisch mit Herrn Geißlers Wortwahl auseinandersetzt, dabei aber den Kontext zumeist völlig außer Acht lässt. Herr Geißler wird nun verstärkt diskreditiert und in eine „Ecke“ geschoben, welche allgemein geächtet wird.

Das ist inakzeptabel!

Es scheint vermehrt, als handele es sich hier um eine „Tabuisierung“ unserer Sprache rein um des „Tabus“ willen. Herr Geißler selbst nannte die aufkommende Medienempörung „Hysterie“.
Es werden Sprach- und Denkverbote kolportiert, die in ihrer Aggressivität inzwischen jenen Elementen der Totalität nahestehen, das sie zu bekämpfen vorgeben. In den von diversen Medien Diskussionsforen werden diese harschen Reaktionen inzwischen sogar schon mit Begriffen wie „Zensurkultur“ oder „Empörungskultur“ gekontert.

Wir, die Unterzeichner dieser Petition, äußern hiermit unsere Solidarität mit Herrn Geißler und bekräftigen seine Entscheidung, sich NICHT für den Gebrauch dieses Zitates zu entschuldigen.
Wir bitten die Adressaten dieser Petition, von der sich gerade bahnbrechenden „Hexenjagd“ abzusehen und zu einem sachlichen, friedlichen Diskurs zurückzukehren. Oder, in einfachen Worten: "Die Kirche im Dorf zu belassen."

Mit freundlich Grüßen,

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Informationen

2011-08-03 12:02:21Zugefügt am:

vor 9 Monaten 

Karl Jung Von:

Politik & Regierung In:

 

Tags

heiner geißler, s21, zitat

 

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